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Thursday, April 14, 2011

Wandertag – Teil 1

Nach zwei Tagen des Müßiggangs in Glenorchy war es doch mal wieder an der Zeit, eine Wanderung zu unternehmen. Auf dem Campingplatz sah man ständig Leute mit großen Rucksäcken, die vom Wandern zurückkamen, mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Routeburn Track oder Greenstone/Caples track, oder man sah Leute ihre Rucksäcke in Vorbereitung auf solche Wanderungen packen. Einmal sah ich ein grauhaariges Pärchen mit glücklichen Gesichtern und großen Rucksäcken ankommen. Da nagte ein wenig das schlechte Gewissen an mir, oder war es Neid? Es ist sicher ein tolles Gefühl, so eine Wanderung geschafft zu haben...

Heute musste also etwas getan werden. Ich hatte mir den Invincible Gold Mine Track Im Rees Valley ausgesucht, zu dem man – wen überrascht es noch - über einige Kilometer Schotterstraße fahren musste. Die Fahrt war schon sehr schön, zu meiner Linken schlängelte sich der Rees river in einem breiten Tal und glitzerte in der Sonne, dahinter ragten die Berge auf. Leider kam ich gar nicht ans Ziel, da ich wieder auf einen die Straße querenden Bach traf und mich entschied umzukehren. Wenn man sein ganzes Haus mit sich herumfährt, dann überlegt man sich das schon zweimal.

Auf ging es zum nächsten Wanderweg, den Diamond creek track, der sich nett einen Berg hinaufzuschlängeln schien. Der Weg ging dann doch nur am Flüßchen entlang, was nicht weniger schön war, und am Ende zu einem kleinen See mit Enten und schwarzen Schwänen führte. Unterwegs versuchte sich ein Angler, der auf mein Nachfragen auf dem Rückweg ironisch meinte, er habe schon zwei Forellen gesehen...

Weiter fuhr ich zum Lake Sylvan DOC-camp (siehe Foto). Das liegt am Routeburn river, und in der Nähe startet auch der gleichnamige Track, der zu den Great walks zählt, und den ich schon erwähnt habe. Hier kann man zum Lake Sylvan wandern, und das war die sehr schöne Wanderung, von der ich eigentlich erzählen wollte, bevor ich hier wieder einen ellenlangen Vortext verfasst habe. Na wisst Ihr was, ich mach zwei Teile draus. (Was würde bloss der ligi dazu sagen, der eine Mehrtageswanderung macht? Wieviele Teile bräuchte man dann? ;-) )

Wednesday, April 13, 2011

Das angenehme Ende der Welt

...befindet sich nach neuesten Erkenntnissen in Kinloch. ;-) Dieses liegt am “Kopf” des Lake Wakatipu, Neuseelands längstem See (es gibt immer ein Attribut, entweder der tiefste, der zweittiefste, der längste etc.).
Man muss erst durch Queenstown durch, dann nach Glenorchy, wo es immerhin noch ein paar Shops und Cafes gibt, obwohl es scheinbar die Einwohnerzahl meines Heimatdorfes hat, und das sind nicht so viele; außerdem nennt es sich township, aber das nur am Rande. Von dort aus sind es jedenfalls nochmal 28 km, davon einige auf einer sehr nervigen, weil schlechten Schotterstraße. Aber dann, dann erreicht man ein paar Bungalows, eine Lodge und den dazugehörigen DOC-Campingplatz, alles idyllisch am See gelegen, umrahmt von riesigen, zerklüfteten Bergen. Es könnte das Paradies sein, wenn man erstens nicht schon am Abzweig dorthin einige Kilometer vorher vorbeigefahren wäre (es gibt tatsächlich einen Ort namens Paradise, den ich aber nicht gesehen habe, weil man wohl nur mit Allradantrieb dorthin kommt), und wenn es zweitens nicht Horden von Sandflies geben würde. Aber es ist einfach wunderschön, und in dieser Jahreszeit auch recht verlassen.

Ganz am Ende der Welt ist es dann doch wieder nicht, denn abermals 12 km Schotterstraße entfernt beginnen die bekannten mehrtägigen Wanderwege namens Caples und Greenstone tracks. Dort habe ich ligi und zwei andere deutsche Wanderer abgesetzt, naja sagen wir da wo die Schotterstraße plötzlich von einem Fluss unterbrochen wurde, und habe nun den Van für mich, während ligi sich auf beim Wandern vergnügt (ob dieser Ausdruck der Richtige war, wird sich bald herausstellen).

Achso, warum es das angenehme Ende der Welt ist? Man darf in der Lodge gegen ein paar Dollar duschen, und man hat auf dem Campingplatz Internet (3G), und zwar richtig Gutes! So könnte man es (mit ausreichenden Vorrat an Narhungsmitteln und dank unserer tollen Drittbatterie) eine Weile aushalten.

P.S. Es scheint sich bisher noch niemand die Mühe gemacht zu haben, über Kinloch oder Glenorchy (zumindest die neuseeländischen) bei Wikipedia oder Wikitravel einen Eintrag zu schreiben. Das man sowas noch erlebt.