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Monday, June 21, 2010

Nachtrag Singapur

Wenn man liest, was hier so alles verboten ist, fühlt man sich schon ein wenig komisch. Zum Beispiel ist Kaugummikauen absolut verboten, des Weiteren Essen und Trinken in öffentlichen Verkehrsmitteln. Auf dem Einreiseformular steht in fetter roter Schrift, dass Drogenschmugglern die Todesstrafe droht. Nicht, dass wir ähnliches vorgehabt hätten, aber man macht sich so seine Gedanken. Meine Vorstellung war, dass bei jedem dritten Schritt ein Polizist mit der Trillerpfeife in der Nähe steht und man Strafe zahlt. Wie heißt es immer so schön: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

Einige dieser Dinge wurden uns jedoch aus Sicht eines Einheimischen (an dieser Stelle vielen Dank an Thomas) erklärt, was den Stadtstaat in ganz anderem Licht erscheinen lässt (wenn man von der Existenz der Todesstrafe absieht). In der Singapurer Metro, dem MRT, blockierten Jugendliche mit Kaugummi die Sensoren der Türen. Na gut, kann man dann auch verstehen. Genaueres dazu ist auch im Wikipedia-Artikel über Kaugummi zu finden.


Was das Essen betrifft, ist es so, dass es ja ziemlich stark riecht. Ich erinnere mich an die ganzen Knoblauchzehen, die ich leckererweise hier im Essen als Gemüsebeilage fand. Auch sonst haben wir hier wahrscheinlich nie Essen ohne Knoblauch gegessen. Außerdem kann man bei der Masse der Leute, die hier unterwegs sind, sicher nicht verhindern, dass es beim Bremsen auch mal der nächste Passagier abbekommt.

Eine andere sehr amüsante Geschichte ist die Farbe der Häuser. Scheinbar ist es hier Gesetz, dass man alle 5 Jahre sein Haus neu anstreichen muss. Wenn nicht, schickt der Staat einfach jemanden vorbei, der das tut und man bekommt die Rechnung. Dann kann man sich wohl auch nicht mehr die Farbe aussuchen. Die Sache hat natürlich auch den Vorteil, dass die Häuser nie so richtig alt aussehen, wo ihnen doch das Klima ziemlich zusetzen müsste. Und natürlich ergibt es ein angenehm buntes Straßenbild. Sogar Hochhäuser findet man da nicht mehr ganz so unfreundlich wie in Deutschland.


Saturday, June 19, 2010

Nachts in Little India

Das hier ist definitiv eine andere Welt. Heute Abend wollten wir gegen Mitternacht nochmal raus vors Hostel, einen Kaffee trinken und gemütlich auf der Terrasse sitzen - neben der Hostelkatze, die sich von nichts aus der Ruhe bringen lässt. Draußen sprang uns die Hitze entgegen und wir entschieden uns zu einerm kleinen Spaziergang durch Little India. Heute ist Freitag, es herrscht noch regeres Treiben also sonst auf den kleinen Strassen. Man quetscht sich an Leuten vorbei, die auf dem Bürgersteig auf Stühlen und auf dem Boden sitzen, essen, telefonieren oder miteinander schwatzen. Das alles aber nicht mit deutscher Hektik, wo soll man denn auch hinhetzen? Auch die Leute, zumindest hier in diesem Viertel, strahlen diese Ruhe aus. Überall riecht es so lecker nach Essen. Wir haben schon indisch zum Mittag gegessen und chinesisch in einerm Steamboat-Restaurant. Man könnte trotzdem gleich nochmal einen Mitternachtsimbiss zu sich nehmen. Ich hab's heute bei einer frischen Kokosnuss belassen (gebe zu, es schmeckte nach Wasser mit einem Hauch Kokos, vielleicht hab ich was falsch gemacht?).

Auch in den kleinsten, dunkelsten Gassen sitzt oder ruht noch irgendjemand. Als paranoider Deutscher würde man sich dennoch trauen, nachts um 2 Uhr einfach hindurchzuspazieren. Unser Spaziergang endete mit Shopping bei Mustafa's, 24 h geöffnet. Feine Sache, zumindest für die Frauen... ;-) Zu unserer Freude ist dies auch eine der nur 3 Stellen, bei denen man in Singapur Travellerschecks eintauschen kann. Das haben wir auch gelernt, nachdem wir von der Bank zum Money changer und von diesem zur Bank zurückgeschickt worden sind. Wer nach Singapur reist, nutzt Bargeld oder Kreditkarte...

Friday, June 18, 2010

16. Juni 2010 Abflug mit Hindernissen

Da denkt man, man hat alles eingepackt, die Rucksäcke 5x kontrolliert, die Checkliste abgearbeitet und an alles gedacht. Pustekuchen! Nach dem Wohnungsabgabestress sollte es mit dem gleichen Adrenalinspiegel weitergehen. Da waren wir nun also viel zu früh am Flughafen in Frankfurt, so dass unser Schalter noch gar nicht auf hatte und wir nochmal eine Runde um den Flughafen spazierengehen konnten. Danach kam der Schock. So wie wir unsere Reise geplant hatten, hatten wir unsere Rechnung ohne die Singapur-Bürokratie gemacht. Einfach einreisen und dann mal schauen wie es weitergeht, das geht natürlich gar nicht. Man muss, um ein Visum zu bekommen, schon vorweisen können, dass man vorhat irgendwann wieder zu gehen. Wie auch immer das aussehen mag: Flug-, Bahn- oder Busticket. Das Neuseeland-Visum galt da natürlich auch nicht.
Nun ja, es wurde gleich mal der Qantas-Chef des Flughafens geholt, der uns empfahl, an der einzigen Stelle mit freiem Internetzugang des Terminals (gesponsort von einer Elektronikfirma, mit dem falschen Browser, der nicht das tat was wir wollten) bei Tiger Airways irgendeinen Billigflug zu buchen, ihm die Buchungsbestätigung per Email zu schicken und bei ihm auszudrucken. So weit, so gut. Wir hatten noch 3 Stunden Zeit, da sollte man sowas wohl hinbekommen. Dass wir dann fast als Letzte in das Flugzeug stiegen, hatte mehrere Gründe: der bereits erwähnte, nicht funktionierende Internetzugang, dann der Versuch telefonisch die Eltern zur Buchung anzuleiten, was sich aufgrund nicht funktionierender Kreditkarten als unmöglich erwies und sehr lange dauerte...Als schon unser Flug ausgerufen wurde, sind wir nochmal panisch zum Qantas-Chef gerannt und haben ihm unser Leid geklagt. Dann durften wir am Nachbarschalter das Internet benutzen und versuchten es diesmal über Asia Airways. Zwischendrin waren wir schon überzeugt, dass wir gleich nach Perth (Australien) fliegen, weil das das für uns günstigste Angebot der ersten Fluglinie darstellte. Jetzt gab es Angebote nach Indonesien, aber die Kreditkarten funktionierten natürlich auch da nicht. An dieser Stelle ein riesengroßes Dankeschön an unseren Fahrer und Retter des Tages Oli, der dann für uns (auch nicht ganz ohne Probleme) den Flug nach Bali bezahlte. Was wir dann bekamen, war eine Kopie der Flugbuchung, die aussah, als hätte man sie auch zuhause selber zusammenbasteln können. Nun waren aber alle zufrieden, wir konnten die Rucksäcke abgeben und zum Gate losrennen. Bis zum Abflug hab ich ja die ganze Zeit noch darauf gewartet, dass wir wegen der Drohne nochmal das Gepäck öffnen müssen. Mussten wir nicht, und der Flug nach Singapur startete pünktlich vom Frankfurter Flughafen (beim ersten Auspacken im Hostel sahen wir, dass sich doch jemand um den Rucksack gekümmert hatte, die deutsche Bundespolizei ;-) ).