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Wednesday, December 29, 2010

Orakei Korako

Unter diesem Namen verbirgt sich ein thermales Gebiet, welches auf halber Strecke zwischen Rotorua und Taupo gelegen ist und auch “Hidden Valley” genannt wird. Von allen Thermalparks, die man sich in dieser Gegend anschauen kann, ist es vielleicht das am wenigsten besuchte (noch...vielleicht nicht das Schönste, wie wir nachher gesagt bekamen, aber wenn man Eintritt zahlen muss, muss man leider auswählen. Und schön war's auf jeden Fall!). Zumindest hatten wir den Eindruck, da wir auf der Straße abseits des Highways fast keinem anderen Auto begegnet sind und der Park nicht allzu voll war.

Schon vom Parkplatz sieht man aus der Ferne die Silikaterrasse, die größte ihrer Art in Neuseeland, und Dampfwolken aufsteigen.

Zunächst wird man mit einem kleinen Boot über Lake Ohakuri gebracht. Ein Wanderweg führt dann entlang der Terrasse, die faszinierende Farben und Muster aufweist. Ansonsten ist es ähnlich der anderen Thermalgebiete, die wir gesehen haben. Es gibt Geysire, die wir leider nicht in Aktion erleben durften, heiße Quellen, sprudelnde kleine Badewannen im Silizium und groß- und kleinblasige Schlammpfützen und -seen.

Eine Besonderheit hier ist die “Ruatapu cave”. Laut Reiseführer gibt es auf der Welt nur zwei mit Geothermalgebieten assoziierte Höhlen (man verzeihe mir, wenn meine Übersetzung zu fachlichen Inkorrektheiten geführt hat). Vor einer standen wir, die andere befindet sich in Süditalien. Am Boden sieht man ein kleines grünblaues Gewässer, den “pool of mirrors”. Hier konnte man früher seinen Schmuck reinigen. Wir durften leider nicht mehr hinunter. Ein Steinhaufen unter uns bot uns eine logische Erklärung dafür. Zurück ging es durch Farne und nochmal auf der anderen Seite der Silikaterrasse vorbei. Auf der anderen Seeseite ragten grüne Hügel auf, auf denen Kühe weiden. Das ist schon ein Kontrast zu der dampfenden Mondlandschaft.

Tuesday, December 28, 2010

Redwood Grove

Der Ausflug in den Redwood Grove, der Teil des Whakarewarewa forests ist, fand ich so schön, dass er einen extra Blogeintrag bekommt. Diese Küstenmammutbäume sind eigentlich in Kalifornien beheimatet, und stellen einige der größten Bäume der Welt dar. Einstmals ein Nutzwald, wurde diese Anpflanzung von beeindruckenden Redwood Bäumen im Jahr 1965 auf Druck der Öffentlichkeit für Besucher zugänglich gemacht. Gut so! Denn das Gebiet eignet sich hervorragend, um einen Spaziergang oder lauch längere Wanderungen im Schatten der riesigen Bäume zu machen. Man läuft auf weichen Nadelboden und ist von den riesigen Baumstämmen mit der rötlichen Rinde umgeben. Durch die ausladenden Baumkronen ist es schattig, und es herrscht angenehme Kühle. Im bodennahen Bereich haben haben sich Farne angesiedelt, die das Bild komplettieren.
So haben wir am ersten Weihnachtsfeiertag einen schönen Spaziergang im kühlen Wald gemacht. Die Leute, die wir unterwegs trafen, wünschten fröhlich “Merry christmas”, was einerseits nett und andererseits merkwürdig war, da wir so schönes Wetter hatten. Um die Sache abzurunden, waren wir erfolgreich auf Geocache-Suche, wobei bei einem Multicache kleine Schilder von einem “Orienteering-Club” genutzt wurden. Das Finale führte uns zu einem kleinen See, wo es wieder verdächtig nach Schwefel roch.

Einen besseren Ausflug hätte ich mir für diesen warmen Weihnachtstag nicht vorstellen können.

Monday, December 27, 2010

Rotorua

In Rotorua kocht, sprudelt, dampft, spritzt und blubbert die Erde, und es riecht nach Schwefel – in Reinform oder auch besonders lecker nach H2S. Es ist dadurch eines der Haupttouristengebiete und außerdem “adrenaline capital” der Nordinsel. Aber wer will schon Bungee jumpen, wenn man sich blubbernde Schlammpfützen und Geysire ansehen kann?

Wir haben in Rotorua Weihnachten verbracht (völlig überrascht, dass man zu dieser Zeit tatsächlich überall einen Platz mit Strom auf den Campingplätzen bekommt), was wir irgendwie passend fanden.

Zunächst einmal wussten wir nicht, was es mit den geothermalen Aktivitäten so auf sich hat. Irgendwie hatte ich mir Rotorua immer wie Mordor in Herr der Ringe vorgestellt. Tatsächlich war es dann aber doch eine ganz normale Stadt mit vielen Restaurants und Souvenirläden – allerdings mit dem Unterschied, dass man hier und da Dampfwolken sieht. Viele der Unterkünfte haben eigene “hot pools”, die man von weitem dampfen sieht. Aber es gab auch noch einen Park, den Kuirau Park, in dem es mehrere heiße Quellen zu sehen und riechen gab. Den Schwefelgeruch hatte man in Rotorua sehr oft in der Nase.

Nach und nach haben wir herausbekommen, dass es mehrere “Gebiete” gibt, die thermisch aktiv sind. Leider kosten alle, bis auf besagten Kuirau Park, Eintritt. Wir entschieden uns für das Naheliegendste: Te Puia. Hier wurde Maorikultur mit Erdaktivität kombiniert. Eigentlich fanden wir den Eintritt recht teuer, doch wir verbrachten fast den ganzen Tag in Te Puia und schauten uns alles an, was es zu sehen gab. Zum Anfang gab es eine “Maori cultural performance”. Wir wurden im Zuge einer Zeremonie ins Marae (Versammlungshaus) eingelassen, wo unter anderem Hakas, Gesang, Waffen und Spiele der Maori vorgeführt wurden. Ich fand den Gesang wirklich sehr schön, und beim Haka bekommt man ebenfalls eine Gänsehaut. Natürlich ist es am Ende eine Touristenshow, dennoch fasziniert es einen.

Im Gelände draußen gab es einige Wanderwege, die an heißen Quellen und lustig blubbernden Schlammpools vorbeiführten. Neben einem Maoridorf gab es sogar ein Kiwihaus, und die große japanische Touristengruppe entdeckte sogar den Kiwi, der uns vorher entgangen war, obwohl er direkt vor der Frontscheibe saß. Wir sind uns bis jetzt nicht sicher, ob er echt war. Falls ja, muss er sehr lautstärketolerant gewesen sein. ;-)

Als Höhepunkt schauten wir uns den Ausbruch des Pohutu Geysirs an, den wir vorher bereits zweimal nur halb gesehen hatten. Zum Glück handelt es sich hier um einen sehr freundlichen Geysir, der zwei- bis dreimal pro Stunde ausbricht. Nichtsdestotrotz ein faszinierdender Anblick!

Abends auf dem Campingplatz gab es nochmal einen Höhepunkt unseres Campinglebens: wir haben uns eine Pizza ans Auto bestellt, die kam direkt aus der Hölle (und war ebenso scharf). Ist doch sehr passend, wenn's überall nach Schwefel riecht, oder?!