Showing posts with label Ubud. Show all posts
Showing posts with label Ubud. Show all posts

Thursday, June 24, 2010

Was kostet das Paradies?

Gestern haben wir eine Million für die 5 Nächte bezahlt, die wir in unserer ersten Unterkunft auf Bali verbracht haben. Na gut, wir geben zu, es waren indonesische Rupien. Umgerechnet sind das nach dem heutigen Tageskurs 90,08 Euro. Kaum zu glauben, oder? Das alles für ein sauberes Zimmer mit Doppelbett und Bad inklusive Frühstück. Wer noch mehr erfahren möchte, kann sich auf der Webseite des Ubud dream umschauen, auf der es auch ein kleines Video zu sehen gibt. Jeden Tag gab es ein anderes Frühstück, zum Beispiel Reispudding, Eierkuchen mit Kokosfüllung oder Omelett, immer mit einem Früchteteller mit Banane, Ananas und Melone. Dazu gabs Tee oder Kopi Bali. Es liegt mitten in Ubud, wo das Leben tobt,
aber am Ende einer kleinen Gasse, so dass man von dem Getobe gar nichts merkt. Die Straße heißt Monkey Forrest street, und tatsächlich gibt es an deren Ende einen monkey forrest. Achso, fast vergessen, selbstverständlich ist das Internet (via WLAN) hier kostenlos ;-)

Man fühlt sich gut aufgehoben, da man fast mitten in der Familie lebt. Neben dem großen Balkon befindet sich der Tempel der Familie, der jeden Tag, auch zur Freude der Vögel, mit Opfergaben versehen wird. Gegenüber vom Balkon, also in nicht mal zwei Meter Entfernung, lebt eine Großfamilie kleiner frecher Piepmätze in ihrem Nest auf einem Bambusstrauch, Man blickt auf Palmen, Bambus, Bananen...und zumeist in den strahlend blauen Himmel.

Unten spielen die Kinder, und die Gasteltern sind sehr entgegenkommend und helfen bei jedem Wunsch. Insgesamt gibt es nur zwei Zimmer, was wir als sehr angenehm empfinden. Scheinbar ist es so neu und klein, dass es nicht einmal die vielen Fahrer und Reiseführer kennen, die uns auf der Straße ansprechen Wenn wir schwimmen wollen, können wir den Pool eines Hotels in der Nähe benutzen, welches von der Verwandtschaft geführt wird. Lustig war auch unsere Ankunft. Von einer Bungalowsiedlung (ebenfalls Verwandtschaft), in der wir eigentlich übernachten wollten, wurde uns freundlicherweise diese Adresse hier empfohlen. Als wir uns am Haus ankamen, wurden wir von einem Mädchen empfangen, welches uns auch den Raum zeigte. Sie konnte leider gar kein Englisch, also haben wir erstmal nur mit Händen und Füßen zu verstehen gegeben, dass wir das Zimmer nehmen. Erstaunlich ist das Vertrauen, was sie uns und anderen Gästen entgegenbringen. Bezahlung des Zimmers bei der Abreise, wobei sie vorher nicht einmal den Pass sehen wollen. In Deutschland wäre dies undenkbar. Eigentlich hatten wir nur vier Nächte gebucht, aber wir haben noch eine Nacht drangehangen. Ich denke oft, welches Glück wir hatten, als wir quasi ohne Unterkunft in Ubud ankamen und der Zufall uns hierher führte. Und welches Glück wir haben, überhaupt so eine Reise zu unternehmen,

safebalidriver

Na gut, heute war es ein wenig die Standardtouristentour, die wir gemacht haben. Ketut Suwenda, ein freundlicher und lustiger einheimischer Reiseführer, sprach uns am ersten Abend auf der Straße an, als wir uns eine Tafel mit verschiedenen Touren durch Bali anschauten. Er brachte uns mit dem Auto an verschiedene Sehenswürdigkeiten. Darunter waren drei Tempel, die wir besichtigten und dabei von Ketut eine Menge, sagen wir mal Anfängerwissen über den Hinduismus auf Bali lernen konnten. Dazu später einmal mehr.

Der netteste Tempel war der Goa gajah (übersetzt: Elefantenhöhle) in Ubud, sehr grün an einem Berghang gelegen; der mit den meisten Touristen und Souvenirläden war der Tirtha Empul Tempel, an dessen Ende wir einen Spießrutenlauf durch die Verkaufsmeile machen mussten. Es gab dort neben allerlei schönen Andenken auch so Sachen wie glitzernde christliche Kreuze und Weihnachtsbäume. Schnell weg da! Die Tempel sind natürlich interessant und für uns total exotisch, aber noch mehr fasziniert uns, wenn ein Einheimischer über seinen Glauben erzählt.

Danach ging's weiter in ein Touristenrestaurant, in dem es zwar leckeres Essen gab, wir uns aber irgendwie nicht so ganz wohl fühlten. Wenn uns nicht eine undurchdringliche Wolkenwand den Blick auf den (aktiven) Vulkan Gunung Batur und den dazugehörigen See versperrt hätte, hätten wir es sicher anders empfunden.

Der nächste Punkt war für uns das Beste: eine Plantage, in der die verschiedensten edlen Nutzpflanzen angebaut wurden, auf die man in Deutschland eigentlich nicht verzichten kann:

Kaffee, Kakao, Vanille, Zimt, Bananen, Ingwer, Chili, Ginseng, Pfeffer und viele mehr. Dies war fast wie ein zweiter botanischer Garten. Anschließend wurde uns der Verarbeitungsprozess demonstriert. Wir bekamen sogar einen Luwak nebst Ausscheidungen zu sehen. Der Luwak ist eine Schleichkatzenart, mit seiner Hilfe wird der teuerste Kaffee der Welt hergestellt (Kopi Luwak). Die Leute dort erzählten uns, dass der Luwak nachts recht aggressiv ist. Angesichts seiner scharfen Krallen konnte man sich die Kratzer bildlich vorstellen. Bei der nachfolgenden Verkostung verschiedenster Kaffee- und Teesorten war Kopi Luwak allerdings nicht dabei, warum nur? ;-) Es heißt, dass der Luwak nur die besten Kaffeebohnen frisst und dadurch quasi eine Qualitätskontrolle macht, die sonst nicht zu erreichen ist. Sehr gut haben uns Ingwertee und Ginsengkaffee geschmeckt. Natürlich gab es am Ende der Plantagentour auch einen Verkaufsraum, aber auf Kopi Luwak für 60 Euro haben wir verzichtet (obwohl er im Vergleich zum deutschen Preis glatt ein Schnäppchen gewesen wäre...). Bleibe ich doch gern bei meinem Kopi Bali (balinesischer, in der Tasse aufgebrühter Kaffee).

Wednesday, June 23, 2010

Reisterrassen

Jetzt wollten wir sie auch endlich sehen, die Reisterrassen, die einen schon auf Postkarten in Entzücken versetzen. Also liefen wir, die vielen “Taksi”-Rufe verneinend los in Richtung Ayung river. Auf halber Strecke fanden wir eine gemütliche kleine Straße mit kleinen Restaurants, die so aussehen wie man sich das als Tropenurlauber wünscht. Das Essen war wie immer sehr lecker. Weiter ging es an einem Hahnenkampf und Korbflechtern vorbei, bis wir irgendwann von einem Einheimischen einen Weg gezeigt bekamen. Nun ja, der offizielle Touristenweg war es wohl nicht. Der Europäer in uns hätte schon fast wieder umgedreht, da stand der nächste Balinese hinter uns und half uns, den Weg hinabzusteigen. Ganz uneigennützig war das wohl auch nicht, denn endlich unten angekommen, standen wir zwar am Fluss und konnten die Landschaft bewundern, es gab aber keinen Weg, der uns weiterführte. Der Balinese, der sich als Komong vorstellte, erklärte uns, dass es sich um private Gebiete der Reisbauern handelte, die durch Zäune abgetrennt sind. Gegen ein kleines Entgelt an die Bauern könne man aber hindurch. Er würde das für uns übernehmen und uns auch am Fluss entlang durch die Reisterrassen führen. Aha, Nachtigall ick hör dir trapsen. Da wir umgerechnet fünf Euro bezahlen sollten und er einen netten Eindruck machte, stimmten wir zu. Nicht zuletzt aber auch deswegen, weil wir nicht mehr diesen doch ein wenig gefährlichen Aufstieg zurück machen wollten. Außerdem wollte Komong mit uns sein Englisch üben, weil er später auch ein richtiger Reiseführer auf Bali werden will. Mit seinen 16 Jahren geht er gerade zur “High school” und erzählte uns, dass alle im Englischunterricht aufpassen, aber in Mathe die Hälfte der Jungs seiner Klasse schläft, ihn eingeschlossen.

Es wurde ein toller Spaziergang durch die Reisterrassen, am Fluss Ayung entlang, der durch verschiedene Stausysteme die Bewässerungsgrundlage für die Reisfelder darstellt, unter Palmen hindurch und an Papayabäumen vorbei (Foto)...Von Komong erhielten wir auch einen kleinen Einblick in den Hinuismus, er zeigte uns die heiligen Bäumen, Banyan-Bäume genannt, die sich mit langen Lianen-ähnlichen Hängewurzeln zusätzlich mit Wasser aus dem Fluss versorgen (Foto). Oft werden Tempel unter oder um diese Bäume errichtet. Er zeigte uns einen dieser Tempel und erklärte uns, was es mit den Farben an den Tempeln auf sich hat. Es sind Farben für die verschiedenen Götter, aber gleichzeitig stehen sie auch für eine Himmelsrichtung, Übrigens heißt mein Name auf balinesisch “Norden”. Wir haben bisher viel gelb-weiß gesehen, zum Beispiel auch an unserer Unterkunft. Gelb bedeutet “gutes Karma”, ist doch erfreulich. Daneben sieht man oft schwarzweiße Tücher an den Tempeln bzw. Tempelfiguren.

Nach dem Aufstieg war ich ziemlich fertig, kein Wunder nach so einer Wanderung bei brütender Hitze. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall! Nun erstmal rehydrieren und dann noch einen Kopi Bali, einen balinesischen Kaffee, gebrauchen. Wir verabschiedeten uns von unserem Guide und wünschten ihm alles Gute, nicht ohne nochmal darauf hinzuweisen, dass Mathematik in der Schule auch wichtig ist ;-)

Monday, June 21, 2010

Botanischer Garten zu verkaufen

Unser erster Tagesspaziergang durch Ubud führte uns zufällig zum Botanischen Garten. Auch hier waren wir auf der Flucht aus der Touristenmeile (wo man im Minutentakt jemandem “no” sagen muss, sei es jemand, der eine Taxifahrt anbietet oder eine bettelnde Frau mit kleinem Kind auf dem Arm, wobei man sich sehr schäbig vorkommt). Abseits der Hauptstraße wurde es ruhiger und grüner. Man will fast jede der Pflanzen fotografieren, weil sie so exotisch und schön sind. Vor nahezu jedem Haus, Geschäft und an den kleinen Tempeln, die es an jedem Haus gibt findet man kleine Opfergaben an die hinduistischen Götter. Kleine Gaben, kurioserweise auch Kekse, Cracker oder Bonbons, sind auf Schalen aus kunstvoll gefalteten Blättern gebettet. Oft sieht man Räucherstäbchen, Reis und anderes mehr. Es ist schwierig, nicht daraufzutreten, weil es überall soviel zu sehen gibt, dass man gar nicht mit Augen und Kopf hinterherkommt.


Obwohl der Eintritt für Balinesische Verhältnisse nicht billig war (umgerechnet ca. 5 Euro), war der Botanische Garten ein unvergleichliches Erlebnis. Wunderschön angelegt, mit verschlungenen Pfaden, einem Meditationsplatz, islamischen Garten, Bromeliengarten und einem Labyrinth, um nur einiges zu nennen. Für den der sich traut gibt es sogar ein Stück Regenwald zum Spazierengehen. Vielleicht ist Spazieren hier auch nicht der richtige Ausdruck. Wir mit unseren Sandalen kamen uns schon komisch vor. Gut, dass wir die lange grüne Schlange erst ziemlich am Ende unseres Besuchs sahen. Ab und zu lohnt sich auch ein Blick nach oben, zum einen wegen des Blätterdachs, aber auch um zusehen ob man gerade unter einer Kokospalme steht. Als ein Stück neben uns bei einem Windhauch eine dieser Früchte nach unt
en fiel, hatten wir immensen Respekt. Die kaputten Steinplatten (siehe Foto) auf dem Weg waren sicherlich nicht nur auf jahrelange Verwitterung zurückzuführen.

Der Garten ist jedem Besucher zu empfehlen, vor allem für die, die den Massen für eine Weile entfliehen wollen. Wir haben dort Stunden zugebracht und nur einmal eine Gruppe von vier Touristen gesehen, ansonsten nur Menschen, die dort ihre Arbeit verrichten. Auf der anderen Seite ist es wiederum schade, dass sich nicht mehr Touristen dort aufhalten, denn es fehlt das Geld, um ihn aufrechtzuerhalten. Als die Betreiberin uns fragte, ob wir den Garten kaufen wollten, dachten wir es handelt sich um ein Missverständnis. Dann erzählte sie uns, dass sie den Garten zusammen mit ihrem Deutschen Mann angelegt hat, der aber erkrankt ist und das Geld für die medizinische Versorgung braucht. Vielleicht hat ja jemand Geld übrig...einen botanischen Garten kann man nicht alle Tage erstehen.