Tuesday, November 16, 2010

Australischer Tölpel

Keine Bange, es geht im Folgenden um Vögel. Auf solche Tölpel trafen wir in Muriwai Beach, unserem letzten Übernachtungsplatz vor der Rückkehr nach Auckland. Auf Englisch heißen Tölpel übrigens Gannets.

In Muriwai gab es eine bekannte Kolonie Gannets, in diesem speziellen Fall der Spezies Morus serrator, der Australtölpel. Eigentlich hatte ich mir anfangs nicht soviel davon versprochen. Langweilige Seevögel, na gut, dann gucken wir mal. Aber da muss ich sie rehabilitieren, denn das Beobachten der Kolonie war doch sehr interessant. Man ist schon erstaunt, wie die vielen Vögel wie kleine weiße Punkte mit nahezu demselben Abstand zwischen jedem Tier den Felsen bevölkern. Einige Tiere kreisen ständig über der Kolonie, oder es stürzen sich welche über den Felsrand, um von dem starken Auftrieb nach oben getragen zu werden. Sie stürzen sich mit Geschwindigkeiten von bis zum 180 km/h ins Meer und können so einige Meter nach Beute tauchen.

In Muriwai konnte der geneigte Besucher das Verhalten der Tölpel direkt von mehreren Plattformen oberhalb der Kolonien beobachten. Falls es doch mal langweilig wurde, gab es da immer noch den schwarzen Sandstrand und das Meer.

Monday, November 15, 2010

Eutopia

An Eutopia kamen wir auf dem Weg südwärts von den großen Kauris vorbei. Erst wären wir fast vorbeigefahren, aber es sah so gemütlich aus, dass wir extra noch einmal umgedreht sind. Den passenden Geocache dazu gab es erfreulicherweise auch. Es stellte sich heraus, dass es sich um ein Cafe handelte. Uns kam es vor wie eine Mischung aus Zeitgeist und Hundertwasser. Drinnen drehte sich alles um Nachhaltigkeit, Bio-Landwirtschaft, Permakultur und alternativen Lebensstil. Es gab Bücher, Schmuck, Postkarten, eine Pinwand, viele Zeitschriften zu lesen, und scheinbar wurde auch ab und zu Livemusik gespielt. Wir tranken einen Smoothie und freuten uns, dass wir dieses Kleinod in Kawaika gefunden hatten.

Friday, November 12, 2010

Vater des Waldes

Ein Schild zeigte uns an, dass wir auf den nächsten Kilometern durch den Waipoua Forest fahren würden. Und man bemerkte die veränderte Natur sofort, denn der Wald schien sich die Straße zurückerobern zu wollen und schickte Farne als Vorboten, die sich von beiden Seiten zur Straße beugten. Im Waipoua Forest befindet sich Tane Mahuta - Vater des Waldes, der älteste lebende Kauribaum. Er hat einen stolzen Stammumfang von 17,22 m und einem Alter von um die 2000 Jahre. Sicher gab es noch größere und ältere Exemplare, die wurden aber mit den Millionen Hektar Kauriwaldes im 19. Jahrhundert gefällt, wobei die ehemals im Northland existierenden 2 Millionen Hektar auf einen Bruchteil geschrumpft wurden.

Auch die "nächstkleineren" größten Kauris kann man in diesem Wald finden. Der zweitgrößte, ebenfalls Vater des Waldes, hat den Namen Te Matua Ngahere (siehe Foto unten; Tane Mahuta sieht man gut bei Wikipedia) .

In ihren Kronen gibt es mehrere Etagen und sogar Gärten. Es wachsen Flechten und Moose, später Farne und dann sogar andere Bäume. Zahlreiche Insekten und Vögel finden hier ein Zuhause. Junge Kauris haben eine Pyramidenform, erst mit höherem Alter entwickelt sich die ausladende Krone. Ganz spät brechen große Äste ab, so dass manchmal fast nur noch der große Stamm übrigbleibt.

Das Fällen der Bäume ist heute nicht mehr die große Gefahr, an dessen Stelle trat eine Krankheit namens “Kauri dieback” (Kauri-Sterben). Es handelt sich um einen pilzähnlichen Erreger namens Phytophthora taxon Agathis aus dem Reich der Chromista, welcher mit Erde übertragen wird. An den Zugängen zu Kauriwälder muss man deshalb seine Schuhe waschen.Des Weiteren soll man nicht nahe an die Kauris herangehen, auch um ihre Nährwurzeln nicht zu beschädigen, die sehr nah an der Erdoberfläche verlaufen. Trotz zahlreicher Schilder halten sich viele Touristen leider nicht daran.

Nach diesem beeindruckenden Naturerlebnis campten wir auf einem DOC-Campingplatz ganz in der Nähe, wo es ebenfalls Kauris gab. Das Gelände, ein klitzekleiner Urwald voll mit großen Kauris, war 1921 von seinem Besitzer an die Regierung übergeben worden, heißt nach ihm heute Trounson Kauri Park und wird vom DOC verwaltet. Nachdem wir den wunderschönen und informativen Rundweg gemacht hatten (zwischendrin und zum Abschluss natürlich mit Schuhe waschen), trafen wir auf den zuständigen Ranger. Im Wald sagte er, gibt es Hunderte Kiwis, was nur durch ständiges Pestmanagement möglich ist. Das heißt es werden ständig Gift ausgelegt und Fallen aufgestellt, um die ganzen eingeschleppten Raubtiere, nämlich Ratten, Katzen, Possums, Wiesel, Hermeline, Frettchen... in Zaum zu halten.

Eine kuriose Geschichte gab es noch. Uns war aufgefallen, dass es um den Campingplatz eine Menge Kaninchen gab. Die helfen quasi, die Predatoren vom Kiwi abzulenken. Soll heißen, wenn es viele Kaninchen gibt, vermehren sich auch die Kiwis gut. Ist nicht wissenschaftlich abgesichert, aber so war seine Erfahrung. Eines können wir bestätigen, Kiwis gab es, denn wir hörten sie in der folgenden Nacht.